Psychedelischer Trip: Set, Setting und Schadensminderung
Ein Trip ist der Zustand, in dem sich eine Person nach der Einnahme psychoaktiver Substanzen befindet. Die Wahrnehmung der Welt verändert sich, Reize werden intensiver, und Gedanken und Gefühle wandeln sich und nehmen neue Inhalte an — verursacht durch die Wirkung der Substanz auf das Nervensystem.
Der eigene psychische und emotionale Zustand wird verstärkt. Es entstehen ungewöhnliche Assoziationen zu Menschen, Dingen, Orten, Situationen und vergangenen Erlebnissen. Es kann jedoch auch passieren, dass die psychedelische Welt aufhört, eine Quelle der Freude und spiritueller Erhebung zu sein, und sich in einen Albtraum im Wachzustand verwandelt, aus dem man so schnell wie möglich heraus möchte.
Denken wir also daran: Auch wenn schwierige Erfahrungen mit Psychedelika eher selten sind, sind psychedelische Reisen unvorhersehbar und können einen sehr unangenehmen Verlauf nehmen.
Schwierige Erfahrungen und unangenehme Zustände können nach LSD, Psilocybin, Meskalin, Salvinorin A, DMT, 2C-X, DOX, NBOMe oder MXE auftreten. Manchmal auch nach Alkohol, Cannabis, Stimulanzien (etwa MDMA oder Amphetamin) oder neuen psychoaktiven Substanzen, die unberechenbarer sind, länger wirken oder toxischer sind.
Denk darüber nach, wo und wann du konsumierst. Steht es deinem Alltag im Weg? Dann solltest du kürzertreten. Wenn du damit allein nicht zurechtkommst, hab keine Angst, um Hilfe zu bitten.
Du entscheidest, wo, wie, mit wem und was du nimmst. Respektiere die Entscheidungen anderer. Jede Person entscheidet für sich selbst.
Set & Setting
Der von Timothy Leary bekannt gemachte Begriff bezieht sich auf die psychische Verfassung, die Umstände und die Umgebung, die eine psychedelische Erfahrung begleiten.
Set — die persönlichen Ressourcen
- Sicherheitsgefühl — innerlich, mit sich selbst und mit der Umgebung
- Körperlicher Zustand — Krankheiten, Verletzungen, Sättigung, Zeit seit der letzten Mahlzeit
- Psychischer Zustand — Stimmung, belastende Ereignisse, Erkrankungen
- Wissen, Lebensphilosophie, Sicht auf die Welt und auf sich selbst
- Erfahrung mit dem Konsum von Substanzen
- Wahl der Dosis
Setting — Bedingungen, Umgebung und situativer Kontext
- Ort — Haus, Wohnung, Natur, Festival, Club, Stadt
- Sicherheitsniveau — Vertrautheit mit dem Ort, Sicherheitsdienst der Location oder Veranstaltung, Zugang zu einem sicheren Rückzugsraum
- Grundbedürfnisse gedeckt — angenehme Temperatur, Zugang zu Wasser, Essen und Toilette
- Qualität der Beziehungen zu den Menschen im Umfeld oder zu den Reisebegleitern
- Anwesenheit einer Tripsitterin oder eines Tripsitters, gegebenenfalls eine besondere Zeremonie
- Lautstärke und Art der Musik
Eine gute Vorbereitung und Aufmerksamkeit für die genannten Punkte wirken sich positiv auf die Erfahrung aus.
Trip nicht, wenn:
- du psychische Probleme hast oder deine Stimmung gedrückt ist — eine psychedelische Erfahrung verstärkt den inneren Zustand, sowohl Gedanken als auch Gefühle;
- du nicht angemessen vorbereitet bist oder die Umgebung nicht günstig ist, zum Beispiel weil du unter Menschen bist, die deinen Zustand falsch auffassen könnten, oder weil du spürst, dass es nicht der richtige Moment ist.
Menschen mit affektiven Störungen oder psychotischen Störungen — oder mit einer Veranlagung dazu — sollten auf solche Experimente vollständig verzichten. Auch das Auftreten ähnlicher Probleme bei nahen Verwandten ist bedeutsam. Kenne deine eigenen Anfälligkeiten.
Wenn du dich für einen Trip entscheidest:
- Sei vorsichtig, denn du kannst an eine andere Substanz als die erwartete geraten — teste deine Substanzen deshalb immer.
- Informiere dich über die Substanz: Herkunft, Wirkung, Folgen, Gegenanzeigen, Risiken und wie man sie vermeidet.
- Konsumiere möglichst in entspannten Verhältnissen, in denen du dich wohlfühlst und keine Verpflichtungen hast. Psychedelika erhöhen die Empfindlichkeit für die Umgebung — sei an einem Ort, an dem du dich sicher fühlst, und mit Menschen, denen du vertraust.
- Achte auf die Dosis, besonders bei den ersten Versuchen. Beginne mit einem Viertel einer Portion und beobachte die Wirkung. Fang nicht mit Microdots oder Tropfen an, sie lassen sich schwerer abmessen.
- Konsumiere nur zu besonderen Anlässen. Psychedelika verstärken den Zustand, in dem du dich befindest: Wohlbefinden kann zu Glückseligkeit führen, Unbehagen zu Verzweiflung.
- Denk daran, dass Psychedelika Halluzinationen auslösen und die Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerren können. Dinge können manchmal anders erscheinen, als sie sind.
- Vermeide das Mischen psychoaktiver Substanzen. Die Erfahrung kann zu intensiv werden.
- Wenn du merkst, dass deine Erfahrung zu unangenehm wird, versuche dich zu entspannen. Mach dir bewusst, dass dein Zustand vorübergehend ist, dass er die Wirkung einer Substanz ist und alles wieder normal wird. Geh an einen ruhigen Ort; auch die Nähe eines Menschen kann helfen.
Unerwünschte Zustände
Die Empfindungen nach der Einnahme von Psychedelika sind sehr individuell und lassen sich nicht vollständig aufzählen. Wir müssen jedoch bedenken, dass Psychedelika alle inneren Zustände verstärken, auch die schwierigen, was unter anderem auslösen kann:
- Störungen des Zeit- und Raumempfindens — meist kein Problem, unter ungünstigen Bedingungen kann daraus jedoch ein Gefühl der Verlorenheit und die Angst entstehen, dieser Zustand höre nie auf.
- Wellen von Unruhe — Verstärkung verborgener und unbegründeter Ängste, Panik und Paranoia, Angst vor dem Wahnsinn, suizidale Gedanken.
- Fluchtimpuls — das Gefühl, gefangen zu sein, und die fixe Idee, sich aus diesem Zustand befreien zu müssen.
- Störungen der Bewegungskoordination — unangenehme Körperempfindungen oder der Verlust des Körpergefühls (Loslösung vom Körper), Übererregung, Verwirrung von Gedanken und Sprache.
- Somatische Symptome — Übelkeit, Hitzewallungen, beschleunigter Herzschlag, erhöhter Blutdruck, geweitete Pupillen, Tachykardie, verändertes Körpergefühl.
Um diese Zustände zu vermeiden, müssen wir besonders auf unser Sicherheitsgefühl achten — sowohl das innere als auch das äußere — sowie auf die Ressourcen und Fähigkeiten, die die Erfahrung positiv beeinflussen können (siehe: Set & Setting).
Wenn es dir schlecht geht:
- Wenn du dir selbst nicht helfen kannst, such in deinem Umfeld eine Person, die das kann — zum Beispiel eine Tripsitterin oder jemanden, dem du vertraust.
- Versuche herauszufinden, was dein Wohlbefinden und Sicherheitsgefühl mindert, und beseitige es. Sind es die Menschen um dich herum, such dir einen anderen Ort und andere Gesellschaft. Sind es Bedürfnisse wie Hunger oder Durst, still sie.
- Sorge für Komfort: Wasser, etwas Süßes, eine angenehme Temperatur.
- Finde deinen „sicheren Hafen“ — einen Ort, an dem du dich wohlfühlst.
- Denk daran, dass es normal ist, sich manchmal schlecht zu fühlen, und dass der unangenehme Zustand durch die Substanz verursacht wird und bald vorübergeht.
Wenn du helfen möchtest
Je nach Intensität der unangenehmen Erfahrung der Person, der du helfen willst, kommen unterschiedliche Formen der Hilfe in Frage. Beginne damit, ihr einen sicheren Raum zu geben, über die durchgehende Betreuung bis zum vollständigen Abklingen der Symptome, bis hin zu körperlicher Zurückhaltung, falls die Person sich oder andere gefährdet.
- Minimiere äußere Reize — bring die Person an einen angenehmen, ruhigen und sicheren Ort ohne Lärm, laute Musik, Menschenmengen und grelles Licht.
- Versichere ihr, dass ihr Zustand von der eingenommenen Substanz herrührt und die Symptome nach einiger Zeit verschwinden.
- Schlag einen Ortswechsel vor, etwa nach draußen zu gehen oder einen Spaziergang zu machen — sofern die Person dazu bereit ist und die Bedingungen es zulassen. Bewegung und eine Beschäftigung wirken beruhigend, während Liegen mit geschlossenen Augen die Symptome verstärken kann.
- Schätze deine Kräfte und Fähigkeiten realistisch ein. Bist du wirklich in der Lage, dieser Person wirksam zu helfen und ihre Sicherheit zu gewährleisten? Das ist nicht die Zeit für Experimente, für Heldentum oder für Schamanenspiele.
- Zögere nicht, Hilfe zu rufen. Wenn du dich unsicher fühlst und weißt, dass du keine angemessene Hilfe leisten kannst, und niemand sonst in der Nähe ist, der das könnte — ruf den Rettungsdienst und sag den Behandelnden unbedingt, was die Person eingenommen hat.
Teste deine Substanzen vorher
Es kommt vor, dass statt der erwarteten Substanz eine andere, unerwartete oder gleich eine ganze Mischung vorliegt. Manche unterscheiden sich in der Dosierung, manche können sehr gefährlich sein. Das gilt besonders für Substitutionen wie NBOMe, die im Mikrogrammbereich wirken und einen weit schmaleren Sicherheitsspielraum haben als LSD.
Versuche immer, deine Substanzen zu prüfen. Reagenzientests bestimmen keine Dosis, unterscheiden aber die häufigsten Substitutionen:
- Testkit zur LSD-Identifikation — Ehrlich- und Hofmann-Reagenz
- Testkit zur 2C-B-Identifikation
- Alle Drogentests und Reagenzien
Quelle
Dieser Text stammt aus dem Artikel „TRIP (Psychodeliczna Podróż)“, veröffentlicht von SIN — Społeczna Inicjatywa Narkopolityki, und wird hier mit Genehmigung wiedergegeben. Diese Fassung wurde aus dem Polnischen übersetzt und um Verweise auf die passenden Testkits ergänzt.
Bei Lebensgefahr wähle 112.
Kein Testergebnis sagt Ihnen, dass eine Substanz sicher ist. Keine Substanz ist zu 100 % sicher.Dieser Artikel wird zur Schadensminderung veröffentlicht. Er ermutigt nicht zum Konsum psychoaktiver Substanzen und ersetzt keine ärztliche Beratung.
